In Ihren Leserbriefen beklagen Herr Erdös und Frau Erismann meine klaren und deutlichen Worte hinsichtlich der Sanierung der städtischen Pensionskasse. Feststellen lässt sich dabei erstens, dass den Linken wohl die Argumente zum Thema ausgegangen sind, anders kann ich mir nicht erklären, dass das Thema Pensionskasse völlig absurd mit Hinweisen auf diktatorische Staaten und die tragische und unvergessene Geschichte Europas verknüpft wird. Dies ist billigste Rhetorik auf einem fragwürdigen Niveau!

Frau Erismann scheint zudem zu vergessen, dass es gerade die Linke ist, die Personen laufend diskreditiert, welche ihre sozialistische Meinung und ihre herrische Politik nicht unterstützen. Da werden Andersdenkende im Rat gerne einmal als «Zyniker», «ignorant» und «armselig» betitelt.

Inhaltlich sind die Aussagen zur Sanierung der Pensionskasse ebenfalls zu korrigieren: Nicht nur städtische Mitarbeitende machen sich Sorgen um ihre Altersvorsorge, dieses Problem beschäftigt durchaus auch Angestellte der Privatwirtschaft. Mit dem grossen Unterschied, dass diese Arbeiter nicht auf die SP zählen können, die partout das erneute Einschiessen von 210 Millionen Franken Steuergelder fordert, ohne dass eine nachhaltige Lösung zur Sanierung durch diese Partei in Betracht gezogen wird. Mit diesem Verhalten riskiert die Linke, dass die PK ein Fass ohne Boden und eine sehr schwere Hypothek für unsere Stadt wird. Korrekt ist nämlich, dass bei der Verselbstständigung der PK diese voll kapitalisiert wurde, und zwar mit 150 Millionen Steuergeldern und weiteren 162 Millionen über die Jahre 2013 bis 2020.

Dass die PK nun (wieder) ein Sanierungsfall ist, ist insbesondere dem Umstand geschuldet, dass der sehr linke Stiftungsrat aus nicht nachvollziehbaren Gründen schlechte Renditen erzielt hat. Vereinfacht ausgedrückt: Die Pensionskasse hat bereits unter SP-Mann Wohlwend einfach mehr ausgegeben, als sie eingenommen hat, und sich aus politischen und ideologischen Gründen jeglicher Korrekturen verweigert. Die Verknüpfungen zwischen der Stadt und der selbstständigen PK werfen zudem weitere Fragen auf. Unter anderem jene, wieso die Pensionskasse der Stadt Geld leiht, das diese zu einem viel höheren Zinssatz verzinst, als es marktüblich ist. Oder wie sich gewisse personelle Konstellationen zwischen PK und Stadt auf deren Geschäftsgebaren auswirken. Solche Fragen wollen wir genau abklären und zwar bevor wiederum Millionen von Steuergeldern à fonds perdu ausgegeben werden. Die Bürgerlichen sind sehr daran interessiert, eine gute Lösung für die Sanierung der PK finden, aber wir sind nicht bereit, erneut x Millionen einzuschiessen, ohne dass eine fundierte Sanierungslösung auf dem Tisch liegt. Der Anschluss an die BVK stellt eine veritable Option dar, die finanziell vorteilhafter ist und für die Versicherten eine sichere Lösung darstellt. Dass sich die linken Parteien und der Stadtrat gegen diese Option sperren, ist wohl einzig dem politischen Kalkül und der Klientelpolitik zu verdanken. Markus Reinhard, Gemeinderat SVP, Winterthur