“Antiquiertes Bild”

Ich sehe es Herrn Empl selbstverständlich nach, dass er sich offenbar wenig mit den Fortschritten der Nukleartechnik auseinandersetzt, da er sonst wüsste, dass sich auch diese Technologien massiv weiterentwickelt haben und ein moderner Kernreaktor nicht mehr mit seinem antiquierten Bild übereinstimmt.
Er schrieb auch, dass ich erwarte, dass die links-grünen Politiker «frenetisch» für den Erhalt der bisherigen Kernkraftwerke kämpfen. Erwarte ich nicht und habe ich so nicht geschrieben. Ich habe geschrieben, dass deren Unterstützung für die Erhaltung der Kernenergie frenetisch ausfallen müsste. Tut sie aber nicht, weil den Grünen ihre Ideologie im Wege steht und diese die nüchterne Sicht auf die Fakten vernebelt.

Auch stehen sie sich selber bei den erneuerbaren Energien im Wege, da sie zwar grüne Energie wollen, aber überall Widerstand leisten (Widerstand gegen Windparks, Widerstand gegen Wasserkraftwerke, Widerstand gegen Überlandleitungen). Auch die Herstellung der Solarpanels birgt Probleme, die dafür benötigten seltenen Erden werden unter moralisch und umweltschutztechnisch höchst fragwürdigen Zuständen gewonnen.

Zudem muss man sich in Erinnerung rufen, dass, um den Kernstrom zu ersetzen und den Ausstieg aus dem Erdöl zu schaffen, rund 40 bis 45 Terawattstunden Strom aus anderen Quellen, zum Beispiel aus Solaranlagen, benötigt werden. Der grösste Stausee der Schweiz (Grande Dixence) erzeugt bei maximaler Füllmenge rund eine Terawattstunde Strom. Um also die benötigte Energiemenge beispielsweise aus Solarstrom zu produzieren, muss die Schweiz mit Solarpanels überzogen werden. Über die Kosten dafür haben wir noch gar nicht gesprochen: Roger Nordmann (SP-Fraktionschef im Bundesparlament) rechnet dafür alleine mit benötigten staatlichen Subventionen von 550 Millionen Franken – pro Jahr!

Dass der Bau solcher Anlagen aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes aber oftmals scheitert, das kann auch Herr Empl nicht bestreiten. Dafür gibt es genügend Beispiele, unter anderem das verworfene EKZ-Projekt für eine Solaranlage am Walensee oder der Widerstand gegen das Stauseeprojekt im Berner Oberland, welches von links-grünen Politikerinnen in Bern bekämpft wird.

In seinem Leserbrief bleibt uns Herr Empl konkrete Lösungen für die Energiegewinnung der Zukunft genauso schuldig wie die Antwort auf die Frage, wie er denn die ethischen und umweltschutztechnischen Widersprüche der «grünen Energie» und die Widerstände gegen Bauprojekte zur Gewinnung von erneuerbaren Energien lösen möchte.

Markus Reinhard, Gemeinderat SVP, Winterthur